Unsere Geschichte

Es war einmal...

Die Geschichte der Hamburger Möbelmanufaktur ALSTERPLANKE nahm ihren Anfang im Jahr 2013. Zu dieser Zeit waren die Freunde Dennis und Sebastian auf der Suche nach neuen Möbeln. Welche Möbel genau gesucht wurden war natürlich von Anfang an glasklar: „irgendein cooles Bett“ und "irgendein cooler Tisch“. Da sich die Suche nach dem Möbelstück der Wahl mit solch einer Beschreibung doch als etwas schwieriger entpuppte als erwartet, probierten die beiden den gegenteiligen Ansatz aus. Welche Möbel möchten sie denn auf gar keinen Fall in ihrer Wohnung stehen haben, wenn sie es sich aussuchen könnten?

- Sebastian und Dennis (v.l.) bei ihrem ersten Presse-Shooting vom Hamburger Abendblatt auf dem Tisch Exklusiver Eppendorfer.

 

Ziemlich schnell stellte sich so heraus, dass die Möbelstücke keine 0815-Pressholz-Massenware sein sollen, die irgendwie kalt und ohne Herz in der Wohnung stehen und nur mit Glück mehr als einen Umzug überstehen.

Mit dieser Erkenntnis im Kopf dauerte es dann auch nur noch ein feuchtfröhliches Wochenende lang, bis die beiden den gemeinsamen Entschluss gefasst haben: wir bauen uns unsere einzigartigen und coolen Möbel einfach selbst! Immerhin ist Sebastian ausgelernter Tischler. Da kann eigentlich gar nicht mehr viel schief gehen. (Doch, da kann eigentlich einiges schief gehen - und das tat es auch).

Inspiriert von der damals immer präsenter werdenden Upcycling-Bewegung (grob: gebrauchte Materialien statt wegzuwerfen aufzuarbeiten) fiel die Wahl beim Werkstoff für die Möbel schnell auf alte Gerüstbohlen. Zum einen bestehen die Gerüstbohlen aus hochwertigem Massivholz und für ihre Nutzung müssen keine weiteren Bäume gefällt werden. Zum anderen haben die Gerüstbohlen nach ihrem langen Arbeitsleben mit all ihren Einkerbungen und Gebrauchsspuren eine individuelle Geschichte zu erzählen, die für jede Gerüstbohle und somit für jedes Möbelstück absolut einzigartig ist.

 

- Dennis und Sebastian gemeinsam mit Jaana Prüss nach der fair-handeln! Release-Veranstaltung in der Berliner Markthalle.

 

Nach wesentlich mehr schweißtreibenden Arbeitsstunden als ursprünglich gedacht, etlichen falschen Abmessungen und mehr als nur einer Planänderungen war der erste Gerüstbohlen-Tisch endlich zusammengetischlert - und das Ergebnis war unglaublich. Abgesehen von schiefen Kanten und anderen Unebenheiten war der Tisch ein absoluter Hingucker. An der Begeisterung über das neu geschaffene Möbelstück hatte natürlich erst einmal der engere Freundes- und Verwandtenkreis seine Freude. Das beste an dem Tisch war jedoch, dass er im Ergebnis sämtliche Anforderungen an das ursprünglich gesuchte Möbelstück erfüllte: ein totaler Hingucker, ein absolut einzigartiger Charakter und Dank der verbauten Massivholzbohlen war er auch noch äußerst robust. Zugegebener Weise waren dies Ziele, die im Tunnelblick des Schaffungsprozesses doch etwas vergessen wurden.

Beflügelt von diesem Ergebnis verwundert es nicht, dass die Kombination aus den drei Zutaten: jugendlicher Leichtsinn, die Begeisterung für einzigartige Möbelstücke und die örtliche Nähe zum Bezirksamt, das für die Gewerbeanmeldungen zuständig ist, in weniger als einer Woche nach dem Bau des ersten Tisches zur Gründung von ALSTERPLANKE führten.

- Improvisiertes "Fotostudio" in der damaligen Tiefgaragen-Werkstatt

 

Nach der Gründung und etlichen Kaufzusagen von begeisterten Freunden und Besuchern, die sich auf Anhieb in den Tisch verguckt hatten, fehlte es für die Fertigung erst einmal an Allem. Denn wenn es auf einmal heißt, statt einem Tisch 5 Tische und noch 3 Betten bauen zu müssen, dann stößt die Handkreissäge aus Opas Handwerksschuppen schnell an ihre Grenzen. Doch da man - facebook und Co. sei Dank! - der gesamten Verwandtschaft immer fleißig zu ihren Geburtstagen gratuliert hatte, war Unterstützung schnell gefunden.

Kurz darauf wurden die ersten Möbelmodelle in der eigenen Werkstatt - einem Tiefgaragenabteil mit 2 Steckdosen und ohne Fenster - eher hobbymäßig als fachgerecht gefertigt. Nicht nur, dass an Fertigungstagen im Zweistunden-Takt die Sicherung für den Tiefgaragen-Stromkreislauf herausflog, sondern auch die Angewohnheit die Möbelstücke mit schiefen Kanten und ungeraden Schnitten zu versehen, zeigte schnell auf, dass für das Umsetzen der Vision von ALSTERPLANKE ein professioneller Fertigungspartner gebraucht wird.

Mit der gleichen Hingabe, die den Produkten gewidmet wurde, wurde auch die Suche nach einem geeigneten Fertigungspartner gestaltet. Getreu dem Motto „wenn wir mal eine eigene Firma haben, dann machen wir es anders“ wurde die Suche unter dem Ideal der Nachhaltigkeit gestartet. Schlussendlich wurde dann eine sehr freundliche und unkomplizierte Zusammenarbeit mit den beiden gemeinnützigen Initiativen [touch] Tischlerei + Blindenhilfsmittel und Jugend in Arbeit e.V. gestartet. Diese beiden Initiativen unterstützten u.a. langzeitarbeitslose Jugendliche oder ehemals suchtmittelabhängige Menschen bei der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Ein absolut förderungswürdiges Vorhaben!

 

- Kundenbild von der ersten ausgelieferten "Schwebenden Sternschanze"

 

Die Möbel von ALSTERPLANKE erfreuten sich immer größerer Beliebtheit und es dauerte nicht lange, bis Kunden bundesweit und sogar international bestellten (…immerhin gab es bereits eine Bestellung aus der Schweiz!). Hinzu kamen Projektarbeiten, wie das Anfertigen von eigenen Möbelideen oder sogar größere Sonderanfertigungen und Raumausstattungen für die neuen Kunden. Einige dieser Anfragen wurden sogar dauerhaft in das Sortiment von ALSTERPLANKE übernommen (z.B. der Hocker "Manierlicher Morsträger“ oder das Sideboard "Heitere Hafenkante").

Dass etwa jeder zweite Kunde nicht nur sehr an den Möbeln aus den aufgearbeiteten historischen Gerüstbohlen interessiert war, sondern dazu auch noch eine individuelle Anpassung wünschte, zeigte, dass ALSTERPLANKE mit den individuellen Massivholzmöbeln anscheinend einen Zeitgeist getroffen hat. Nach der Lieferung der Möbel waren die Rückmeldungen der Kunden durchweg sehr positiv und zum Großteil von liebevoll angerichteten Bildern des gekauften Möbelstücks begleitet. Diese Rückmeldungen bestätigten auch, dass es eine richtige Entscheidung war die Fertigung der Möbel in 100% Handarbeit zu erledigen.

So vergingen 5 sehr spannende und herausfordernde Jahre, in denen Dennis und Sebastian viele neue und interessante Menschen kennenlernten und sich in den unterschiedlichsten Situationen wiederfanden. Sei es ein Fotoshooting an einem alten Ladekran vor dem Elbtunnelbohrer „Trude“ in Hamburg Barmbek oder der Release-Veranstaltung von dem Buch "fair-handeln! - Anstiftungen für zukunftsfähiges Handeln“ von der Berliner Kulturaktivistin Jaana Prüss, in dem auch ALSTERPLANKE einige Seiten gewidmet wurden.

Im Jahr 2018 entschied Sebastian sich dann dazu ein eigenes neues Projekt abseits von ALSTERPLANKE zu starten. Weiterhin von dem einzigartigen Stil aufgearbeiteter Gerüstbohlen überzeugt, hat er die Firma URBAN Kunst ins Leben gerufen. Hier kann er seine künstlerische Ader voll ausleben und gestaltet mit URBAN Kunst Kunstdrucke auf Gerüstbohlen.

Bevor Sebastian seine Reise abseits von ALSTERPLANKE fortsetzte, traten Rainer und Birte in das Leben von ALSTERPLANKE. Das sympathische Duo von der Tischlerei Jansen wurde ab 2018 der feste Kooperationspartner für die Fertigung der Möbel von ALSTERPLANKE. Seitdem wacht Rainer persönlich mit Argus… äh Meisteraugen über die Fertigung jedes Möbelstücks und die Qualität in der Fertigung ist so gut wie nie. Und ohne das Ok von Birte verlässt seitdem kein Möbelstück die Werkstatt auf seine Reise durch die Bundesrepublik, in die Schweiz oder manchmal auch nur ein paar Straßen weiter.

Wir hoffen wir konnten einen guten Eindruck in die Geschichte und die Persönlichkeiten hinter ALSTERPLANKE geben. Bei Interesse und weiteren Fragen stehen wir euch gerne jederzeit über unser Kontaktformular Rede und Antwort.